Heute geht wieder ein Fall durch die Medien, der zeigt, was ein Cyberangriff im produzierenden Mittelstand anrichtet: Das ZEGO Textilveredelungszentrum aus Aschaffenburg hat beim Amtsgericht Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen – seit 1990 am Markt, rund 60 Beschäftigte, spezialisiert auf die Veredelung von Arbeitskleidung samt Lagerung und Logistik – wurde Ende März 2026 Ziel eines Cyberangriffs. Die Folge: knapp sechs Wochen Produktionsstillstand.
Sechs Wochen, in denen keine Ware das Haus verlässt, während Löhne, Miete und Leasingraten weiterlaufen – das kompensiert kaum ein mittelständischer Betrieb. Genau so kam es: Trotz erheblicher Anstrengungen ließen sich die Auswirkungen der Attacke nach Unternehmensangaben nicht mehr auffangen. Der Schritt in die Insolvenz „schmerzt sehr“, so Geschäftsführer Johannes Zenglein. Immerhin: Die Produktion soll weiterlaufen, das Verfahren dient der Restrukturierung und dem Erhalt der Arbeitsplätze.
Kein Einzelfall – sondern ein Muster
ZEGO reiht sich in eine Serie deutscher Unternehmen ein, die ein Cyberangriff in den letzten zwei Jahren in die Insolvenz gedrückt hat:
- Fasana – Serviettenhersteller aus Euskirchen, 240 Beschäftigte, insolvent zwei Wochen nach dem Angriff (Mai 2025)
- Eu-Rec – Recyclingunternehmen aus Hermeskeil, insolvent 16 Tage nach dem Angriff (April 2025)
- Wehrle-Werk – Anlagenbauer mit 165 Jahren Firmengeschichte, Angriff Mai 2024, Insolvenz August 2025
- Schumag – Aachener Präzisionsfertiger, gegründet 1830, Insolvenz in Eigenverwaltung nach Ransomware-Angriff (Oktober 2024)
Auffällig: Es trifft nicht Konzerne mit eigenem Security-Team, sondern den Mittelstand – und besonders oft das produzierende Gewerbe. Dort bedeutet verschlüsselte IT sofort stehende Maschinen, und stehende Maschinen bedeuten null Umsatz bei vollen Kosten.
Was Sie aus dem Fall ZEGO mitnehmen sollten
- Rechnen Sie in Stillstandstagen, nicht in Lösegeldsummen. Existenzbedrohend ist selten die Forderung der Erpresser, sondern die Betriebsunterbrechung.
- Eine Datensicherung ist nur so gut wie ihr Wiederanlauf. Entscheidend ist, wie schnell Sie aus dem Backup wieder produktionsfähig sind – das muss getestet sein, bevor es darauf ankommt (Datensicherung).
- Prävention ist mehrschichtig. Aktuelle Firewall, gepflegte Endgeräte, Segmentierung und klare Notfallprozesse – kein Baustein allein reicht (Schutz vor Ransomware).
Wie gut würde Ihr Unternehmen einen solchen Angriff überstehen?
Kein Schutzkonzept macht einen Angriff unmöglich – aber es entscheidet darüber, ob Ihr Betrieb nach Tagen wieder arbeitet oder nach Wochen beim Amtsgericht sitzt. Wir sichern kleine und mittlere Unternehmen im Rheingau ab: von der Firewall über Endpoint-Schutz bis zur getesteten Datensicherung. Was ein mehrschichtiges Schutzkonzept ausmacht, lesen Sie auf unserer Seite Schutz vor Ransomware – oder Sie sprechen direkt mit uns.