Als die Drucker Erpresserschreiben ausspuckten: Die Fasana-Insolvenz

Der aktuelle Fall des Textilveredlers ZEGO ist Anlass, die gravierendsten Ransomware-Insolvenzen der letzten zwei Jahre aufzuarbeiten. Der wohl lehrreichste: Fasana.

Am Morgen des 19. Mai 2025 begannen bei der Fasana GmbH in Euskirchen-Stotzheim sämtliche Drucker gleichzeitig zu drucken – Erpresserschreiben. Die Angreifer hatten die komplette IT-Infrastruktur des Serviettenherstellers verschlüsselt, rund 190 Rechner waren betroffen. „Es ging nichts mehr“: Produktion, Auftragsabwicklung, Versand – alles stand.

Die Zahlen dahinter machen deutlich, wie schnell aus einem IT-Vorfall eine Existenzfrage wird: Allein am Tag nach dem Angriff konnten Aufträge über mehr als 250.000 Euro nicht ausgeführt werden. Binnen zwei Wochen summierte sich der Umsatzausfall auf rund zwei Millionen Euro. Anfang Juni 2025 – gut zwei Wochen nach dem Angriff – stellte das 1919 gegründete Unternehmen mit rund 240 Beschäftigten den Insolvenzantrag.

Warum es so schnell ging

Fasana war erst im März 2025 von einem neuen Eigentümer übernommen worden – finanzielle Polster für wochenlangen Stillstand gab es nicht. Genau das ist der Punkt, der in vielen Risikobetrachtungen fehlt: Die Frage ist nicht, ob Ihre IT einen Angriff übersteht, sondern wie viele Tage Betriebsunterbrechung Ihre Liquidität übersteht. Bei einem produzierenden Unternehmen mit laufenden Fixkosten ist diese Zahl fast immer kleiner, als man denkt. Der Fall gilt inzwischen als Lehrbeispiel und wird sogar in insolvenzrechtlichen Fachzeitschriften analysiert.

Was Sie aus dem Fall Fasana mitnehmen sollten

  • Betriebsunterbrechung ist das eigentliche Risiko. Kalkulieren Sie Ihren Umsatzausfall pro Stillstandstag – diese Zahl gehört in jede Management-Entscheidung über IT-Sicherheitsbudgets.
  • Wiederanlaufzeit schlägt Backup-Existenz. Entscheidend ist nicht, dass ein Backup da ist, sondern wie schnell daraus wieder ein arbeitsfähiger Betrieb wird – getestete Wiederherstellung, dokumentierte Reihenfolge, Offline-Kopien (Datensicherung).
  • Phishing und ungepatchte Systeme sind die häufigsten Einfallstore. Wie sich die Angriffskette durchbrechen lässt, haben wir auf unserer Seite Schutz vor Ransomware zusammengefasst.

Wie gut würde Ihr Unternehmen einen solchen Angriff überstehen?

Kein Schutzkonzept macht einen Angriff unmöglich – aber es entscheidet darüber, ob Ihr Betrieb nach Tagen wieder arbeitet oder nach Wochen beim Amtsgericht sitzt. Wir sichern kleine und mittlere Unternehmen im Rheingau ab: von der Firewall über Endpoint-Schutz bis zur getesteten Datensicherung. Was ein mehrschichtiges Schutzkonzept ausmacht, lesen Sie auf unserer Seite Schutz vor Ransomware – oder Sie sprechen direkt mit uns.

Quellen: All About Security, WinFuture, ZRI 2026, 6

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